Kosten und Leistungsrechnung, Controlling

Inhaltsverzeichnis

1 Überblick: Rechnungswesen(RW)

1.1 Unternehmen und Betrieb

Betrieb Ort der Produktion/Leistungserstellung
Unternehmen Wirtschaftliche Plattform für alle Aktivitäten

In der Praxis ist die Vermischung von betrieblichen und Unternehmerischen Aktivitäten unerwünscht, weil…:

Deswegen wird in der sogenannten „Abgrenzungsrechnung“ versucht, Betrieb und „Nicht-Betrieb“ rechnerisch zu trennen.

Übung: Buch S. 360#444
  1. betriebsbezogen
  2. neutral
  3. betriebsbezogen
  4. neutral
  5. usw.
Übung: Buch S. 365#446
Abgrenzungstabelle
Konten GuV Neutrales Ergebnis Betriebsergebnis
Soll Haben Aufwendungen Erträge Kosten Leistungen
Umsatzerlöse 800.000 800.000
Mieterträge 45.000 45.000
Erlöse Anlagenabg. 10.000 10.000
ZE 20.000 20.000
Aufw. R 270.000 270.000
Aufw. H 50.000 50.000
L 350.000 350.000
G 90.000 90.000
Soz.abg. 40.000 40.000
Aufw. Bürom. 3.000 3.000
ZA 10.000 10.000
Betriebl. St. 25.000 25.000
Summe 838.000 875.000 10.000 75.000 828.000 800.000
Gewinn 37.000 65.000 -28.000
Übung: Buch S. 365#447
Abgrenzungstabelle
Konten GuV Neutrales Ergebnis Betriebsergebnis
Soll Haben Aufwend. Erträge Kosten Leistungen
Ums.erl. Erzeu. 1.450.000 1.450.000
Bestandserh. 40.000 40.000
Erl. a. Anl.abg. 8.000 8.000
ZE 3.000 3.000
Aufw. R u. B 510.000 510.000
Löhne 620.000 620.000
Gehälter 175.000 175.000
Soz. Abg. 95.000 95.000
Aufw. Miete 15.000 15.000
Betr. St. 34.000 34.000
ZA 12.000 12.000
Summe 1.461.000 1.501.000 12.000 11.000 1.449.000 1.490.000
Differenz 40.000 -1.000 41.000

Hinweis: Bestandsveränderungen immer Betrieb!!!

Übung 1 Arbeitsblatt
Abgrenzungstabelle
Konten GUV Neutrales Ergebnis Betriebsergebnis
Soll Haben Aufwend. Erträge Kosten Leistungen
Umsatzerl. 3400000 3400000
Bestandsver. 400000 400000
Mieterträge 80000 80000
EAVg 30000 30000
ZE 55000 55000
Aufw. Rohstoffe 800000 800000
Aufw. Hilfsstoffe 150000 150000
Fremdins. 50000 50000
Löhne 1000000 1000000
Gehälter 750000 750000
Arb.ant. Soz. 350000 350000
Aasv 320000 320000
Büromat. 20000 20000
Versicher. 70000 70000
Verl. Ab. Verm. 70000 70000
Steuern 100000 100000
ZA 40000 40000
Gesamt 3720000 3965000 110000 165000 3610000 3800000
Gewinn 245000 55000 190000

1.2 Der Wertefluss in der Kostenrechnung

wertefluss

1.3 Ziele und Arbeitsfelder der Kosten und Leistungsrechnung

Ziele:

Arbeitsfelder:

1.4 Kalkulatorische Kosten I

Die Abgrenzungstabelle filtert aus der GuV die Werte aus, die aus sachlichen Gründen in der Kostenrechnung nicht verwendet werden dürfen. In der Kostenrechnung selbst werden nun einzelne Positionen verändert oder hinzugefügt. Ziel ist immer ein konkurrenzfähiger Preis für abzusetzende Produkte oder Dienstleistungen.

Die Gestaltung eines Kostenrechnungssystems ist völlig frei und unterliegt keiner gesetzlichen Regelung.

Grundkosten:

Alle anderen Kosten, die unverändert aus der Fibu in die Kosten- u. Leistungsrechnung übergehen, nennt man Grundkosten, z.B. Aufwand für Rohstoffe, Gehälter, Bestandsveränderung usw.

Übung: Buch S. 380#456
GUV: Reingewinn KLR: Betriebsergebnis
949.800 949.800
- 864.700 - 864.700
- 27.600 - 75.000
- 32.700 - 46.800
= 24.800 = 36.700

2 Einführung in die Vollkostenrechnung

Kostenverlauf in der Vollkostenrechnung:


kostenverlauf

Kostenarten:

Auch in der IT-Branche wird mit dem Vollkostenmodell gerechnet. Projekte lassen sich sehr einfach damit vorkalkulieren.

2.1 Betriebsabrechnungsbogen(BAB) IHK

Zweck: Verteilung der Gemeinkosten eines Betriebes auf die Kostenstellen(vordefiniert)

Kosten Schlüssel Material Fertigung Verwaltung Vertrieb
Miete 8000,00 3:4:2:1 2400,00 3200,00 1600,00 800,00
Versicherung 17000,00 * 6181,82 3606,06 3262,63 3949,49
Gemeinkosten
* 360000 210000 190000 230000 99
gekürzt 36 21 19 23 99

Der BAB gibt Auskunft darüber, wo im Betrieb Kosten in welcher Höhe entstehen.

2.1.1 Begriffe

2.2 BAB und Selbstkosten

Ziel eines kompletten BAB ist nicht die Ermittlung der Gemeinkostensummen, sondern die Berechnung der Gesamtkosten und der „Gemeinkostenzuschläge“.

Fallübung

Ein BAB enthält folgende Gemeinkostensummen:

Kostenart Material Fertigung Verwaltung Vertrieb
112200 318900 88000 59900

Weiterhin waren bekannt:
Kosten für Material(FM):417.800,-
Kosten für Löhne(FL): 244.600,-

FM 417800
+ MGK 112200
+ FL 244600
+ FGK 318900
= HK 1093500
+ VwGk 88000
+ VtGk 56900
= SEKO 1238400
Abkürzungen
FM Kosten für Material
MGK Materialgemeinkosten
FL Kosten für Löhne
FGK Fertigungsgemeinkosten
HK Herstellkosten
VwGk Verwaltungsgemeinkosten
VtGk Vertriebsgemeinkosten
Seko Selbstkosten
Mgkz Materialgemeinkostenzuschlagssatz
Fgkz Fertigungsgemeinkostenzuschlagssatz
MgKz 112.200 * 100 / 417.800 = 26,85% 26,85 / 100 = 0,26 € 1 € Materialkosten 0,26 €
FgKz 318.900 * 100 / 244.600 = 130,38% 130,38 / 100 1,30 € 1 € FGK kosten 1,30 €
VwGkz 88.000 * 100 / 1093.500 = 8,05%
VtGkz 56.900 * 100 / 1.093.500 = 5,2%
Very important:
Bezugsgrundlage für:
Materialgemeinkostenzuschlagssatz: MGK * 100 / FM MGK ist FM
Fertigungsgemeinkostenzuschlagssatz: FGK * 100 / FL FGK ist FL
Verwaltungsgemeinkostenzuschlagssatz: VwGk * 100 / HK VwGk ist HK
Vertriebsgemeinkostenzuschlagssatz: VtGk * 100 / HK VtGk ist HK

2.3 Weiterverwendung der BAB-Ergebnisse

Beispiel:
Der MGkz wurde über 6 Monate errechnet:
7,8%
8%
7,5%
8,2%
8,5%
8% Ø 8%

Fallübung

Die ermittelten Normalkosten-Zuschläge der Vormonate betragen:

MGK 7,5%
FGK 180%
VwGk 12%
VtGk 8% (Ø-Werte)

Ein Kundenauftrag soll vorkalkuliert werden.

Material 4600
Lohn 98h a 45€
Gewinn 9%

Zu welchem Barverkaufspreis bieten wir an?

FM 4.600
+ MGK 345,- (7,5% von 4600)
+ FL 4.410,-
+ FGK 7938,- (180% von 4410)
= HK 17.293,-
+ VWGk 2.075,16 (12% von HK)
+ VtGk 1.383,44 (8% von HK)
= Seko 20.751,60
+ Gewinn 9% 1.867,64
= Angebotspreis 22.619,24

2.4 Nachkalkulation von Aufträgen

2.4.1 Ablauf

  1. BAB’s der vergangenen Monate liefern die „Normalzuschlagssätze“
  2. Neue Aufträge werden mit diesen Zuschlagssätzen vorkalkuliert. bindender Preis!
  3. Nachkalkulation: Vergleich der Normalkosten mit den Ist-Kosten
    • Ist-Kosten > Normalkosten Verlust(=Kostenunterdeckung)
    • Ist-Kosten < Normalkosten zusätzlicher Gewinn
    • Übrigens: Ist-Kosten werden ausschließlich in € angegeben!

2.5 Exkurs: Probleme bei Anwendung der Vollkostenrechnung

Das größte Manko dieses Verfahrens ist die Missachtung fixer Kosten. Durch die Verwendung von Zuschlagssätzen werden die fixen Kostenanteile in den Gemeinkosten proportionalisiert.

2.6 Kostenkontrollrechnung

siehe Übungsblatt: Kostenkontrollrechnung: Kostenabweichungen, Ergebnisabweichung

2.7 Prozesskostenrechnung (sehr IHK)

Problem: die Gemeinkosten der Vollkostenrechnung enthalten hohe Fixkostenanteile. Diese werden durch die Zuschläge variabel. Das ist rechnerisch falsch!

Die Prozesskostenrechnung findet vor allem in Betrieben Anwendung, die hohe Gemeinkosten haben.

Beispiele: Dienstleister, Gesundheitsweisen, Autowerkstätten, Callcenter u.v.a.

2.7.1 Begriffe

Beispiel: Bearbeitung von Mietverträgen in einer WBG

Abteilung: Vertragsverwaltung

MA Kosten/Monat Anzahl Kostentreiber Prozesskostensatz
Leiter 3.900,- - -
Sachbearbeiter 1 2.700,- 120 Verträge erstellen 22,50€
Sachbearbeiter 2 3.000,- 250 Archivvorgänge 12,00€
Sachbearbeiter 3 . . .
Sachbearbeiter 4 . . .

Die Prozesskostenrechnung ist eine einfache Umlagenrechnung. Sie ermittelt die Kosten eines Teilprozesses unter Berücksichtigung der „lmn“-Kosten.

2.7.2 Verwendung der Gesamtprozesskostensätze

Die ermittelten Sätze treten in der Zuschlagskalkulation an die Stelle der Gemeinkosten.

Beispiel:
Wechseln von Bremsbeläge:

Material 70,00
+ MGK 2% 1,40
+ Prozess K. 2,20 z.B. Lagerprozesse
+ FL 30,00
+ FGK 35,00
HK 138,60
+ Verw. Pr. 12,00
+ Gewinn 150,60
Übung: Buch S. 515 #587
Teilprozesse Vertrieb Teilprozesskosten Maßgrößen lmi lmn Pks
Fertigerzeugnisse übernehmen und einlagern 109600 400 274 53,7 327,7
Versandpapiere erstellen 45000 750 60 11,76 71,76
Erzeugnisse auf Paletten versandfertig machen 92800 4000 23,2 4,55 27,71
Zollpapiere für Auslandsaufträge erstellen 26500 250 106 20,78 126,79
Eigene Transportfahrzeuge ordern 53000 650 81,54 15,98 97,52
Spediteure beauftragen 41100 280 146,79 28,77 175,56
Abteilung leiten 72000
368000

Umlagefaktor = 72.000 / (109.600+45.000+92.800+26.500+53.000+41.100)

Umlagefaktor = 0,196

lmi = Kosten / Menge

lmn = Umlagefaktor * lmi 274 * 0,196 = 53,70

Pks = lmn + lmi 274 + 53,70 = 327,70

2.8 Vollkostenrechnung: Listenpreis errechnen

2.8.1 Beispiel

Für eine Kundenanfrage haben wir Selbstkosten i.H.v. 7.850,- € ermittelt. Wir rechnen mit 8% Gewinn. Dem Kunden soll ein Skontosatz von 2% sowie ein Rabatt von 15% angeboten werden. Zu welchem Preis bieten wir an?

Seko 7.850,00
Gewinn 628,00 8%
= Bar-VK 8.478,00 98%
+ Skonto 173,02 2%
= Ziel-VK 8.651,00 85%
+ Rabatt 1526,65 15%
= Listenpreis 10.177,65
Übung

Seko = 775,-
Gewin = 10%
Skonto = 1,5%
Rabatt = 12%

Seko 775,00 Rechenweg
+ Gewinn 77,50 10% Seko / 100 * 10
= Bar-VK 852,50 98,5% Seko + Gewinn
+ Skonto 12,98 1,5% BarVK / 98,5 * 1,5
= Ziel-VK 865,48 88% BarVK + Skonto
+ Rabatt 118,02 12% ZielVK / 88 * 12
= Listenpreis 983,50 ZielVK + Rabatt

3 Teilkostenrechnung / Deckungsbeitragsrechnung

3.1 Neues Kostenmodell

neues kostenmodell

3.2 Kostenarten

3.3 Rechenmechanismus

Ein kleiner Werkstättenbetrieb produziert Rechner für die Fertigung.
Variable Kosten/St. 270,-
Fixe Kosten/Mon. 6800,-

Berechnen Sie die Kosten einer Monatsproduktion von:
600 Stück
480 Stück
168.800,- 270 * 600 + 6800
136.400 270 * 480 + 6800
305.200,- 168.800 + 136.400

Abkürzungen
Kvar/St. = variable Kosten/St.
Kfix = Fixkosten
DB = Deckungsbeitrag
db = Deckungsbeitrag/St.
BE = Betriebsergebnis

3.4 Basisrechenverfahren

3.4.1 Betriebsergebnis

Erlös/St 17,50
kvar/St 14,50
kfix 18.000
Produktion 17.000,- St.
Erlöse 297.500,- (17,50 * 17.000)
- kvar 246.500,- (14,50 * 17.000)
= DB 51.000
- kfix 18.000
= BE 33.000

3.4.2 Langfristige Preisuntergrenze(LPU)

Gesamtkosten / Stückzahl = (246.500 + 18.000) / 17.000 = 264.500 / 17.000 = 15,56 €

3.4.3 Kurzfristige Preisuntergrenze(KPU)

= Kvar/St. hier: 14,50

3.4.4 Break Even Point(BEP)

3.4.5 Formelsammlung

DB = (Erlöse pro St. * Produktion) - (kvar pro St. * Produktion)
BE = DB - kfix
LPU = (kvar + kfix) / Produktion
KPU = Kvar/St
db = Erl. pro St. - kvar pro St.
BEP = kfix / db
Übung 10

Ein Betrieb hat bei einer Auslastung von 50% folgende Kosten:
FM: 67.800,-
FL: 102.900
MGkz: 18%
FGkz: 130%
Vw/VtGkz: zusammen 28%
Dies gilt als normale Auslastung!

Von den Gemeinkosten gelten 90% als fix.
Berechnen Sie die zu hoch angesetzten Gemeinkosten(in € u. %), wenn die Kapazität zu 100% ausgelastet wird.

50% 100% fix
FM 67.800,00 135.600,00
MGK 12.204,00 18% 24.408,00
FL 102.900,00 205.800,00
FGK 133.770,00 130% 267.540,00
HK 316.674,00 633.348,00 Summe Gemeinkosten 50% 234.642,72
Vw/VtGkz 88.668,72 28% 177.337,44 90% fixe Gemeinkosten 211.178,45
Seko 405.342,72 810.685,44 10% variable Gemeinkosten 23.464,27

Wenn 90% der Gemeinkosten fix sind, dürfte sich nur der variable Anteil verdoppeln.
Also: zulässig bei 100% wären:

21.178,44 + (2 * 23.464,27) = 258.106.98
Tats. kalkuliert = 469.285,44
Differenz € = 211.178,44 (also genau der 90% fixe Anteil)
Rechenfehler: 81,81% (zu hohe Fixkosten!)

3.5 DB-Rechnung im Kontingentvertrieb

Fall

Ein Systemhaus hat in seinem Callcenter fixe Kosten i.H.v. 45.400€/Monat
Es schließt mit 3 Großkunden Supportverträge ab:

A B C
Erlös/Ticket 15,80 16,30 14,80
Kvar/Ticket 9,50 9,50 9,50
Geplante Tickets/Monat 1200 1400 2200
  1. Wieviel % der Fixkosten decken die Kunden A und B?
  2. Erreichen wir Kostendeckung mit C?
zu A)

A: DB = (15,80 * 1.200) – (9,50*1.200) = 7.560
Oder db = 15,80 – 9,50 = 6,3 * 1200 = 7.660
B: DB = (16,30 * 1.400) – (9,50*1.400) = 9.520
Oder db = 16,30 – 9,50 = 6,8 * 1400 = 7.660
C: DB = (14,80 * 2.200) – (9,50*2.200) = 6.360
Oder db = 14,80 – 9,50 = 5,3 * 2200 = 11.660

(7.560 + 9.520) * 100 / 45.400 = 37,62,-

zu B)

(7.560 + 9.520+ 11.660 ) * 100 / 45.400 = 63,30,-

(In der Praxis versucht man über möglichst viele Aufträge, dem BEP frühzeitig zu erreichen. Der Auftragssachbearbeiter ist dann verantwortlich für Preise mit ausreichendem DB’s.

Übung: Buch S. 474 # 559

KPU = 45,-
Kfix = 120.000 / 5000 = 24
Kvar = 45,- * 5000 = 225.000
LPU = (225.000 + 120.000) / 5000 = 69,-

Übung: Buch S. 476 # 561

„Zusatzauftrag“ Grundsätzlich: ein Zusatzauftrag kann angenommen werden, wenn:

  • Noch Kapazität frei ist
  • Der db positiv ist
  • Die Preisstruktur nicht gefährdet wird

Kvar pro St. = 126.000 / 8400 = 15,-

  1. Erlöse 225.000
    - kvar 112.500
    = DB 112.500
    - kfix 84.000
    = BE 28.500
  2. Erlöse 33.000
    - kvar 22.500
    = DB 10.500
    Zusätzlicher Gewinn
  3. 11,20 + 15 = 26,20 LPU!
    Oder 84.000 + 112.500
    7500 = 26,20

  4. 15

3.6 Exkurs: Abschreibung berechnen

3.6.1 Gründe für Abschreibung:

3.6.2 Abschreibungsarten

Büroausstattung, AW 27.500 ND 13 Jahre AfAdeg 30% (bisher gab es 20, 25,30%)
Anschaffungswert 27.500
- AfA 1 8.250
= RW 19250
- AfA 2 5.775
= RW 13.475
- AfA 3 4042,50
= RW 9432,50
Problem:

Mit der degressiven AfA erreicht man bei kurzer Nutzungsdauer leider nur einen hohen Restwert

Deshalb:

Das EstG erlaubt einen einmaligen Umstieg von degressiv auf linear! (und nur in diese Richtung)

Regel:

Der Wechsel erfolgt in dem Jahr, in dem AfA lin. >= Afa deg.

Wichtig: Die lineare AfA wird bei Feststellung des Wechselzeitpunktes immer neu berechnet

Fall:LKW, 10 to, AW 265.000, Nutzungsdauer 8 J. AfA deg. 20%
Jahr AfA deg. AfA lin.
AW 265.000 AW 265.000
8 -20% = 53.000 AW / 8 = 33.125
RW 212.000 231.875
7 -20% = 42.400 212.000 / 7 = 30.285,71
RW 169.600
6 -20% = 33.920 169.600 / 6 = 28.266,67
RW 135.680
5 -20% = 23.760 135.680 / 5 = 27.136

Einfache Möglichkeit um den Zeitpunkt des Wechsels zu ermitteln:

J. Deg Lin.
1 20%
2 20%
3 20%
4 20% 20%
5 20% 25%
6 20% 33,3%
7 20% 50%
8 20% 100%

Selbst probieren:

Gegenstand, ND 10 J.
AW 60.000,- AfA deg 25%
RW nach 5 Jahren (AW * 0,755)
Umstiegszeitpunkt(Jahr)

Restwert = 14.238,28
Umstieg im 7 oder 8 Jahr

3.7 Mehrstufige Deckungsbeitragsrechnung

Anwendung: Betriebe mit mehreren „Geschäftsfeldern“ und einer komplexen Fixkostenstruktur.

3.7.1 Beispiel

Produkte
A B C
Erlöse x x x
- Kvar x x x
= DB I x x x
- Bereichsfixe x x
= DB II x x
- Unternehmensfixe Kosten x
= DB III/BE x
Übung: Buch S. 472 # 555
A B Hinweis
Erlöse 312.000 390.000
- kvar 144.000 160.000
= DB I 168.000 230.000
- Erzeugnisfixe 80.000 120.000
= DB II 88.000 110.000 Beide Beträge addieren
- Unternehmensfixe 130.000 Diesen Betrag niemals aufteilen!!!
= DB III/BE 68.000 =(88.000+110.000)-130.000
Übung: Wiederholungsaufgaben KLR Woche 1

1)

Prozeßname Kostentreiber Kosten Prozeßmenge lmi lmn PKS
Rechenweg Kosten / Menge lmi * Umlagefaktor lmn + lmi
Montage Plat. Fertigprodukte 800.000 3.000 266,667 35,556 302,22
Kabelbaum mont. Fertigprodukte 200.000 3.000 66,667 8,889 75,56
Gehäusemon. Fertigprodukte 400.000 3.000 133,333 17,778 151,11
Außenbeschrif. Fertigprodukte 100.000 3.000 33,333 4,444 37,78
Produktionsst. Kein Kostentr. 120.000
Produktionscontr. Kein Kostentr. 80.000
Rechenweg 120.000 + 80.000 200.000 1.500.000 Umlagefaktor = 200.00/1.500.000 = 0,133

2)

FM 2.500,00 €
MGK 375,00 € 15% 2.875,00 €
FL 1.700,00 €
FGK 340,00 € 20%
Soeiko Fert. 200,00 €
HK 5.115,00 €
VWGk 255,75 €
VtGk 204,60 € 4%
SEKO 5.575,35 €
Gewinn 174,65 € 3,13253876
Bar VK 5.750,00 €

3.8 Das optimale Sortiment

Jede Produktionseinrichtung (gilt auch für Dienstleister) hat beschränkte Kapazitäten. Werden mehrere Angebote oder Produkte zur Auswahl gestellt, muss entschieden werden, was in welcher Menge produziert wird. Die Grenze hierbei ist die verfügbare Zeit (=bottleneck-Problem). Der Bottleneck ist zeitlicher Engpass.

Neue Größe. dbrel Relativer Deckungsbeitrag

Beispiel
Prod. A B
db 2,50 2,70
Zeit 2min 2,5min
dbrel 75,- 64,80
Fallstudie Buch S. 479 # 566
A B C
Erlöse 165 121 128
- kvar/St. 124 86 105
db 41 35 23
Zeit 1,5h 1h 1,2h
dbrel 41/1,5=27,33 35/1=35 23/1,2=19,17
Priorität 2 1 3
Stück 2000 2000 1200
Zeitbedarf 3000 2000h 1440
Erlöse gesamt 330.000 242.000 153.600
- kvar 248.000 172.000 126.000
DB 82.000 70.000 27.600
- Kfix 125.000
BE 125.000/82.000+70.000+27.600=54.600
Übung Schmidt KG

Der Schmidt KG steht für die Fertigung der Produkte A und B eine Spezialmaschine mit einer Periodenkapazität von 1000 Stunden zur Verfügung. Die Fixkosten können in diesem Zeitabschnitt nicht verändert werden

Plandaten
A B
max. Plan-Absatz. In Stück 2000 1600
Plan-NettoVK-Preis(€/Stück) 29 39
Variable Plankosten 17 21
Maschinenbeanspruchung (Std./stück) 0,2h 0,5h
A B
Erlöse 29 39
-kvar 17 21
db 12 18
Stück/h 5 2
dbrel 60 36
Stück 2000 1200
h 400 600
BE 24.000 21.600
Übung Hausaufgabe
A B C
Preis pro Stück 6,12 6,6 3,2
kvar/St. 4,8 4 1,6
absetzbare Höchstmenge pro Monat 9600 12384 13500
vertragliche Lieferverpflichtungen je Monat 8400 11016 1000
erzeugnisfixe Kosten je Monat 9600 15400 1200
Fertigungszeit auf der Maschine in Sekunden pro Stück 12 20 32
Laufzeit der Maschine auf der alle drei Erzeugnisse gefertigt werden pro monat 100 Stunden
A B C
db 1,32 2,6 1,6
dbrel(h) 396 468 180
prio 2 1 3
Stück1 8400 11016 1000
Stück2 8400 11359 1000
Zeit 28 63,11 8,99 pro 100h
DB 11088 29533,4 1600
-kfix 9600 15400 1200
DB2 1488 14133,4 400
-kfix 50000
-33978,6

3.9 Vergleich: Voll- und Teilkostenrechnung

Die ausschließliche Beurteilung von Aufträgen nach der Vollkostenrechnung kann im auftragsorientierten Vertrieb zur Ablehnung von Aufträgen führen.

Noch einmal zur Erinnerung: „Vollkostenrechnung“ bedeutet, dass sich alle Kosten einer Kalkulation bei Kapazitätsschwankungen ändern. Die zweite Bedeutung des Begriffs wird im Vergleich mit der DB Rechnung klar.

3.10 Verfahren/Bezeichnungen/Rechenergebnisse

4 Grundbegriffe des Controlling

Controlling heißt nicht „kontrollieren“ sondern „steuern“!

Neben der Betriebsorganisation und den Managementtechniken gilt Controlling als die am höchsten entwickelte Form der Unternehmensführung. Der Controller arbeitet wie der Steuermann eines Schiffs, der Manager ist der Kapitän.

4.1 Funktionsweise des Controllings

funktionsweise des Controllings

4.2 Hauptaufgaben des Controllers

4.3 Die Toolbox des Controlling

toolbox

4.3.1 Controlling: Arbeiten mit KLR-Zahlenmaterial:

4.4 Controlling: Kennzahlensysteme und Bilanzanalyse(IHK)

4.4.1 Die beiden „Pulskennzahlen“ des Controllers sind:

4.4.2 Rentabilitätsformeln

4.4.3 Liquiditäten

  1. Barmittel(Ka+Ba) * 100 / Verbindlickeiten
  2. (Barmittel + Forderungen) * 100 / Verbindlichkeiten „Einzugsbedingte Liquidität“
  3. (Umlaufvermögen * 100)/Verbindlichkeiten

4.4.4 Produktivität

Output / Input = Ausbringungsmenge / Faktoreinsatz

4.4.5 Wirtschaftlichkeit

Ertrag/Aufwand

Bilanzanalyse:

A Bilanz P
Anlagevermögen Ekap
Umlaufvermögen Langfr. Fremdkapital
Kurzfr. Fremdkapital
=

4.4.6 Kennzahlen der Erfolgs- und Zahlungsmittelrechnung

4.4.7 Weitere Kennzahlen(bereichsbezogen und beispielhaft)

4.5 Liquiditätsplanung

Eine ausreichende Liquidität ist elementare Voraussetzung für die Rentabilität. Ein funktionierender Warenhandel, die Bezahlung von Löhnen und Gehältern ist ohne flüssige Mittel schwierig. Der Controller ist für die richtige Menge „Bares“ verantwortlich. Totes Kapital ist ebenfalls unerwünscht.

4.5.1 Handlungsmöglichkeiten bei niedrigem L1

4.5.2 Handlungsmöglichkeiten bei Überliquiditäten:

Alle genannten Maßnahmen werden unter dem Begriff „Treasury Management“ zusammengefasst.

4.6 Investitionsplanung

In unmittelbarem Zusammenhang mit der Liquidität steht die Planung von Neuanschaffungen.

Dies erfolgt immer aus 3 Blickwinkeln:

4.6.1 Amortisation

Dieser Wert stellt dar, in welchem Zeitraum der Anschaffungswert einer Anlage wieder zurückgeflossen ist. (Kapitalfreisetzungszeitraum)

Formel: Anschaffungswert(AW) / (Abschreibung + Gewinn(Jahr))

4.6.2 Analyse von Investition

Verfahren: Kostenvergleich, Gewinnvergleich, Rentabilitätsvergleich

Im Allgemeinen vergleicht man 2 oder 3 Investitionsalternativen. Das Ergebnis wird der Unternehmensleistung zur Entscheidung vorgelegt.

4.6.3 Wiederkehrende Größen

4.7 Controlling als Überwachungsfunktion

Ein beträchtlicher Teil seiner Tagesarbeitszeit besteht bei einem Controller aus der „Abweichungsanalyse“. Die „Messfühler“ in den Abteilungen entsprechen Vergabewerten, die mit den Abteilungen vereinbart sind.

Beispiel: Umsatzvorgaben für die einzelnen Produktgruppen.

Der Controller arbeitet für solche Zwecke mit Prognosetechniken, Schwellwerten und Budgets.

Controlling 44

4.7.1 Budgetierung

4.7.2 Stufen der Kontrolle und Verantwortlichkeit

5 Exkurs: Handelskalkulation

Siehe Übungsblätter

5.1 Kalkulationshilfen

Im Tagesgeschäft bleiben die Zuschläge und Prozensätze der Vorwärtskalkulation für längere Zeiträume gleich. Es ist deswegen möglich, mittels Kalkulationszuschlag direkt vom Einstandspreis bis zum Listenverkaufspreis(LVP) zu rechnen.

Einstandspreis 1.315,00
LVP 1.867,51
LVP / Einstandspreis = Kalkulationsfaktor(KF) 1.867,51 / 1.315,00 = 1,42
Entspricht 42% Kalkulationszuschlag(%)
Übungen
Ermitteln Sie bitte den KF: Ermitteln Sie bitte den Einstandspreis:
Einstandspreis: 4.736,- LVP:1.777,50
LVP: 5.343,90 Kalkzuschlag 39,8%
=1,13 = 13% =1.271,46

6 Diverses und Vertiefung von Einzelthemen

6.1 Eigenfertigung oder Fremdbezug?

Eigenfertigung
Kfix:(4 Wochen) 4.300,-
Kvar Material 2,50/St.
Löhne 1,80/St.
Fremdfertigung 5,-/St.
Was kostet es jeweils?
Eigenfertigung = 6.880
Fremdfertigung = 3.000

Kritische Menge Anwendbar auf: Produktion, „Handelsvertreter-Reisender-Problem“

Kritische Menge = Fixkosten / Differenz variable Kosten = 4300 / (5 - 4,30) = 6143 Stück

6.1.1 Vorgehensweise

EF
Kfix 6000
Kvar 7,50/St
FF
Abschlussprämie 2000
Preis/St. 8,20
Kritische Menge 5714 Stück

6.2 Zuschlagskalkulation: erweitertes Schema

Neu: Bestandsveränderungen!(BV)

FM 10.000
+ MGK 1.000
+ FL 20.000
+ FGK 15.000
+ Seko 1.000 (Modell, Werkzeug, Plan)
= HK 47.000
+/- BV Unfertige Erzeugnisse -2.000 Mehrbestand (Hängt noch in der Fertigung)
= HK der fertigen Erzeugnisse 45.000 Lagerzugang
+/- BV Fertige Erzeugnisse +3000 Minderbestand (Ware aus dem Lager entnommen)
= Herstellkosten des Umsatzes 48.000
+ VWGk
+ VTGk
= Selbstkosten
Übungen 1
FM 8.500 Lagerzugang 500 St.
MGK 1.200 Die Hk entsprechen immer der geplanten Produktion von 480 St.
Verkauft wurden tatsächlich 460 St.
Rechnen Sie bis zu den HK d. Umsatzes
FL 16.000
FGK 18.000
FM 8.500,-
+ MGK 1.200,-
+ FL 16.000,-
+ FGK 18.000,-
= HK 43.700,-
+/- BV Unfertige Erzeugnisse 1.820,-
= HK der fertigen Erzeugnisse 45.520,-
+/- BV Fertige Erzeugnisse -3641,60
= Herstellkosten des Umsatzes 41.878.40
Übung
FM/St. 3,60 HKFE 22.610
MGK/St. 0,50 BVFE 1190 Minderbestand
FL/St. 4,- Es sollen 2000 Stück produziert werden.
FGK/St. 3,80 BVFE ? BVUFS Stück ? HKdU €
FM 7.200
+ MGK 1.000
+ FL 8.000
+ FGK 7.600
= HK 23.800
+/- BV Unfertige Erzeugnisse -1.190
= HK der fertigen Erzeugnisse 22.610
+/- BV Fertige Erzeugnisse 1.190
= Herstellkosten des Umsatzes 23.800

6.3 Kostenauflösung

6.3.1 Problem

In einem Betrieb werden die Kosten im Teilkostenmodell abgerechnet.

Bei 2 Auslastungsgraden sind die Gesamtkosten bekannt:
75% 1.100.000,-
90% 1.250.000,-
Wie hoch sind die Teilkosten?
Wie hoch sind kvar bei 60% Auslastung?
1.250.000-1.100.000=150.000 1.100.000
90%-75%=15% - 750.000
1% ≙ 10.000 kfix 350.000
75% ≙75*10.000
60x10.000=600.000
Übung
80.000 St. 606.000
89.000 St. 634.800
Kfix? und kvar/St.?
89.000-80.000=9.000 St.
634.800-606.000=28.800
28.800/9000=3,20 kvar/St
kvar 80.000*3,20=256.000
kfix 606.000-256.000=350.000

6.4 Organisation und Einführung von Controlling-Systemen

6.4.1 Einführung

Grundüberlegung: Organisatorische Platzierung?

Die klassische Organisationsform des Controlling ist die Beiordnung des Controllers als Stab des GF oder des Leiters Rechnungswesen. Controller haben für gewöhnlich keine Weisungsbefugnis. Eine Alternative zur Stabsorganisation wäre das Bereichscontrolling, das sich allerdings nur Großbetriebe an Schlüsselstellen leisten. Die Bereichscontroller sind hochspezialisiert, für das Berichtswesen zuständig und bei der Lösungssuche effizienter als ein zentraler Controller.

Kompromiss: Abteilungsleiter mit Controlling-Aufgaben.

Grundüberlegung: Umfang?

Mindestausstattung: